Die Informationen auf dieser Seite umfassen einen Zeitrahmen von 11.000 v. Chr. bis 599 n. Chr.
Wenn man die wilde, zerklüftete Küste von der Meerseite betrachtet, ist es kaum vorstellbar, dass sich hier bereits in der Frühzeit der Geschichte Menschen angesiedelt hatten. Dennoch gibt es Beweise dafür.
In der Grotte "La Porta" bei Positano, wurde bei Grabungen in den 1950-er Jahren, unter der Führung von Prof. Antonio M. Radmilli von der Universität in Pisa, ein Stein mit einer Tierzeichnung (vermutlich ein Pferdekopf darstellend) entdeckt. Dieser Fund wird dem Mesolithikum (Mittelsteinzeit, 9.600 - 4.500 v. Chr.) zugeordnet. In den Grotten "del Mezzogiorno" oder "delle Soppressate" wurden große Ansammlungen von Muschelschalen und menschliche Überreste gefunden. In weiteren der zahlreichen Höhlen um Positano wurden ähnliche Funde zutage gefördert. Die Funde in den tiefer liegenden Schichten dieser Grotten lassen vermuten, dass die Gegend bereits im Paläolitikum (Steinzeit, 2,5 Mio. - 9.600 v. Chr.) besiedelt war. Dennoch deutet nichts darauf hin, dass es bis zur Römerzeit hier feste menschliche Niederlassungen gegeben hätte.
Blick auf Positano
Während der Bronzezeit (2.200 - 1.200 v. Chr.) befuhren die ägäischen Seefahrer bereits das Mittelmeer und auch diese Gegend. Den steingewordenen Beweis liefern die "Li Galli" Inseln, die der Sage nach, die versteinerten Überreste der Sirenen (Ligea, Leucosa und Parthenope) sind, die sich in die Fluten stürzten, weil Odysseus ihrem betörenden Gesang widerstand. Diese Seestrecke wurde bereits seit dem 15. Jh. v. Chr. von den Griechen der Bronzezeit stark frequentiert, da es an der Küste Kampaniens wichtige Handelsstützpunkte gab: Paestum, Polla, Sala Consilina, Ischia, Vivara.
Ab dem 8. Jh. v. Chr. zeigen die Funde von einander abweichender Bestattungsformen, dass die Küste von unterschiedlichen Kulturen besiedelt wurde. Der nördliche Teil der Gegend wurde demnach von Oskern bewohnt (Erdbestattung), wähend im Süden ein Volk besiedelte, das mit den Etruskern verwandt war (Feuerbestattung).
Bis zur Mitte des 6. Jh. v. Chr. waren sowohl die Etrusker, als auch die Griechen in der Region präsent und beeinflussten die örtliche Bevölkerung. Die Sorrentinische Halbinsel und die Küste von Amalfi bildeten eine Art Grenzgebiet zwischen zwei fruchtbaren Ebenen, dem Golf von Neapel, rund um den Fluss Sarno und dem Golf von Salerno, rund um den Fluss Sele. Im Jahr 474 v. Chr. besiegten die Griechen die Etrusker in der Schlacht von Cuma.
Doch der Einfluss der Griechen schwand letztendlich zugunsten der apenninischen Völker der Samniter und Lukaner. Sorrent wurde gegen Ende des 5. Jh. v. Chr. und Poseidonia (das heutige Paestum) im 4. Jh. von den Griechen aufgegeben.
Griechische Tempelruine bei Paestum
Aber auch die Samniter mussten den immer stärker werdenden Römern weichen, die letztendlich die ganze Region Kampanien unter ihre Herrschaft brachten.
Die Römer entdeckten die Qualitäten der Gegend als exklusiver Ferienort. So entstanden im Laufe des 1. Jh. n. Chr. prächtige Villen bei Positano, auf den Li Galli Inseln und bei Minori. Die zahlreichen Funde aus dieser Periode zeigen, dass sich hier hauptsächlich reiche Patrizier nieder ließen.
Kaiser Tiberius verlegte seine Regierungsgeschäfte zeitweise (26 - 37 n. Chr.) von Rom nach Capri, wo er eine rege Bautätigkeit entwickelte. Die Ruinen der Villa Jovis auf Capri zeugen heute noch von der einstigen Pracht. Nach seinem Tod, im Jahr 37 n. Chr. verlor Capri jedoch an Bedeutung für die Römer und da Kaiser Tiberius recht umstritten war, diente die Insel ab da lediglich als Ort der Verbannung.
Im Jahr 79 n. Chr. ereignet sich der fatale Ausbruch des Versuv, was dazu führt, dass die Region der Zerstörung anheim fällt und immer weiter an Bedeutung verliert. Und so legt sich mit der Asche des Vesuvs auch der Schleier des Vergessens über das Gebiet.
Pompeji mit dem Vesuv im Hintergrund
Im 5. Jh. n. Chr. fallen vermehrt die Barbaren in die Gegend ein, sodass sich die Einheimischen in immer abgelegenere Regionen der Küste zurück ziehen.